UMWELTKRAWALL beim KRAPOLDI im Park

Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichem Wetter präsentiert Wolfgang Palme seine selbstentworfene Schneekugel. Unter dem weißen Gestöber blitzt etwas in einem satten Grün hervor, das die meisten wohl nicht mit dem Winter in Verbindung setzen würden: ein Salatkopf. Doch der Leiter der City Farm Augarten und leidenschaftlicher Wintergärtner weiß, dass man nicht nur bei warmen Temperaturen knackfrische Salate und schmackhaftes Gemüse ernten kann.

Seine Begeisterung und umfassendes Wissen teilte er am Samstag, den 04.09. mit zahlreichen Besucher:innen des KRAPOLDI im Park bei den Hochbeeten des urban gardening Pradl. Beim Vortrag „Frisches Gemüse im Winter ernten“ im Rahmen des IKB UMWELTKRAWALL konnte man erfahren, dass viele Sorten winterhärter sind als es in den Lehrbüchern steht.

Die meisten Teilnehmer:innen dachten beim Begriff Wintersaison wohl bisher eher an verschneite Berge, Skigebiete und Massentourismus. In den Gärten geht es zu dieser Jahreszeit hingegen ruhig zu. Vereinzelt findet man die ein oder andere Kohlsorte auf den kargen Böden. Für Wolfgang Palme bedeutet Wintersaison hingegen vor allem eins: Erntezeit. Durch jahrelange Forschung weiß er wie man mit etwas Planung, geeigneten Sorten und einfachen Methoden das Potential von Garten oder Balkon auch im Winter ausschöpfen kann. Karotten, Radieschen, Broccoli, Schnittlauch und Jungzwiebel fühlen sich beispielsweise auch bei niedrigen Temperaturen wohl. Spinat und Mangold würden durch die Kälte sogar besonders aromatisch schmecken.

Der Winter ist zwar Erntezeit für eine bunte Vielfalt an Gemüse, jedoch keine Wachstumszeit. Wer für das Weihnachtsmenü frisches Gemüse aus dem Garten oder vom Balkon ernten möchte, sollte idealerweise bereits im Sommer beginnen. Den Herbst kann man noch gut nützen, um zum Beispiel Rucola und Asiasalate säen. Das dazu nötige Know-How wurde anhand von praktischen Übungen vermittelt. So konnten sich alle zukünftigen Wintergärtner:innen eine eigene Aussaht für die kalte Jahreszeit, oder eigentlich richtig wäre laut Wolfgang Palme: nasse Jahreszeit, mitnehmen.

Einige Küchenkräuter in den Hochbeeten wie Petersilie, Koriander und Schnittlauch sind zwar winterhart. Da sie bereits über das ganze Jahr geerntet wurden, sollten sie jedoch zurückgeschnitten werden. Denn die Blätter älterer Pflanzen, erklärt Wolfgang Palme, sind nicht so frosthart wie die jüngerer. Eine Idee für das Haltbarmachen gab es anschließend noch am Stand vom feld:verein. Dort konnte man sich sein eigenes Kräutersalz zusammenstellen.

Nach der gemeinsame Aktion mit dem TIROLER BILDUNGSFORUM und dem VEREIN WERKSTATTCOUCH sind wir sicher, dass die Teilnehmer:innen zukünftig neben den Wintersportgeräten auch ihre Gartengerätschaften im Winter benutzen werden und diese Jahreszeit so auch kulinarisch voll auskosten können.

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