17. März 2018

Ernährungsräte weltweit – eine Idee verbreitet sich

Bei den Vorbereitungen zur Gründung des Innsbrucker Ernährungsrats konnten sich die Initiatoren auf internationale Vorarbeit stützen. Lernen Sie mehr über Ernährungsräte und ihr gemeinsamen Ziele.

Der Dokumentarfilmer Valentin Thurn berichtete bei der Auftaktveranstaltung von den Erfahrungen des Ernährungsrats Köln.

Historie

Der weltweit erste Ernährungsrat wurde 1982 in Knoxville (USA) geründet. Im Jahr 2005 folgte mit „Food Partnership Brighton and Hove“ der erste Ernährungsrat in Europa. Im Laufe der Zeit entstanden viele weitere – beispielsweise in Bristol (2011), Rotterdam (2013), Köln und Berlin (2016) sowie in Südtirol (2017). Der Innsbrucker Ernährungsrat ist einer der ersten Ernährungsräte in Österreich und es werden noch viele folgen.

Funktion und Ziele von Ernährungsräten

Ziel der meisten Ernährungsräte ist die Errichtung eines sozial-ökologisch nachhaltigen Ernährungssystems. Ein Ernährungsrat dient als beratendes Gremium und als Plattform für den aktiven Dialog zwischen Politik, Verwaltung, Produzent*innen, Betrieben sowie Konsument*innen. Er initiiert Projekte und bewertet Stadtpolitik und Stadtentwicklung in Bezug auf Themen des Ernährungssystems – von der Produktion über die Versorgung, bis hin zur Entsorgung.

Was die meisten Ernährungsräte vorhaben

Regionale Kreisläufe stärken: Erhaltung und Pflege lokaler, bäuerlicher Landwirtschaft und regionaler Kulturlandschaften schafft Versorgungssicherheit. Kurze Wege zwischen Produzent*innen, Verkäufer*innen und Verbraucher*innen minimieren den Material- und Energieverbrauch.

Produzent*innen und Verbraucher*innen verbinden: Transparenz und Kenntnis der Produktions-zusammenhänge erhöhen die Wertschätzung gegenüber den Lebensmitteln und der geleisteten Arbeit.

Arbeitsplätze sichern: Faire Preise ermöglichen ein geregeltes Einkommen für Produzent*innen oder Händler*innen. Regionale Wertschöpfung bei der Ernährung kann sich auch in verwandten Branchen – wie dem Gastgewerbe – positiv auswirken.

Gute Ernährung für alle erreichen: Qualitativ hochwertige und frische Nahrung soll unabhängig vom Einkommen möglich sein. Von gesunder Gemeinschaftsverpflegung bis hin zu Bildungsinitiativen an Schulen ergreifen Ernährungsräte jede Chance zur Verbesserung der Ernährungssituation möglichst vieler Menschen.